Gespielt: Die ORF Ski-Challenge – SC:13

Quelle: SC:13, 28.12.2012
Die Ski Challenge, Startbildschirm

(Quelle: SC:13, 28.12.2012)

Was steckt hinter dem Hype names „Ski-Challenge“? Was macht das Game so attraktiv für Spieler und Sponsoren?
Gespielt und näher unter die Lupe genommen: Die ORF Ski-Challenge – SC:13

Ausgangssituation

Die ORF Skichallenge bietet die Möglichkeit direkt am Skirennen teilzuhaben und soll vor allem Jugendliche ansprechen.

Der Skisport ist für Österreich ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Skifahren ist fast ein Teil der österreichischen Kultur. Deshalb überträgt auch der ORF als öffentlich-rechtlicher Sender viele Stunden pro Jahr Skirennen. Allein die Ski-WM 2012 wurde über 100 Kameras live 65 Stunden übertragen.[1]
Da Skirennen meist am Sonntag Vormittag übertragen werden, mindert sich der Anteil an jugendlichen Zusehern.
Dadurch wurde die Idee der Skichallenge geboren. Man wollte Jugendlichen die Möglichkeit geben, teilzuhaben am Skirennen, indem man den Sport in ein kompatives Spiel packte. Herausgeber des Spiels ist der ORF, entwickelt wurde es von GreenTube.[2]

Sponsoren der Ski Challenge 2013

In der neunten Version der Skichallenge, SC:13, finden sich diesmal 3 Sponsoren:
GameTwist, GreenTube und Black Copper Marans.

Die drei Sponsoren: GameTwist, GreenTube, BCM
Die drei Sponsoren: GameTwist, GreenTube, BCM

Die Marken GreenTube und GameTwist hängen mit dem Spiel insofern zusammen, da es Marken für Onlinespiele oder Onlinespielentwicklung sind. BCM ist eine Rockband und macht keine Banden-, Schilder- oder sonstige Werbung, die während dem Rennen zu sehen ist.
GameTwist ist auf den Heißluftballonen, dem Starthaus und den Bögen, unter denen man hindurch fährt abgebildet. Außerdem macht GameTwist Werbung auf Banden und Schildern.
GreenTube lässt sich auf den Banden im Ziel erkennen und auf der Kleidung des Skifahrers. Sonst ist GreenTube auf der Strecke Bormio weitgehend unterrepräsentiert. Allein auf der Strecke Gröden gibt es ein paar Banden von GreenTube.
Im Ziel ist GameTwist deutlich stark präsentiert. GreenTube zeigt sich allerdings auf der Kleidung des Skifahrers.

Quelle: SC:13, gespielt am  28.12.12, vom Autor
Sponsoren GameTwist und GreenTube im Ziel

(Quelle: Screenshot, SC:13, gespielt am 28.12.12 vom Autor)

Quelle: SC:13, gespielt am  28.12.2012 vom Autor
GreenTube-Banden auf der Strecke Gröden

(Quelle: SC:13, gespielt am 28.12.2012 vom Autor)

Da man die Ballone und die Kleidung des Skifahrers beide sehr häufig und groß im Sichtfeld hat, sind die beiden Sponsoren (gemessen an der Häufigkeit und Möglichkeit des Blickkontaktes) relativ gleich gut platziert. Die Aufmerksamkeit des Spielers konzentriert sich auf den Rücken des Skifahrers, mit dem Schriftzug von GreenTube und den Schildern und Banden mit den GameTwist-Logos.
Im Bezug auf die Banden- und Schilderwerbung dominiert eindeutig GameTwist mit verschiedenen Motiven. Auf den roten Toren befindet sich das GameTwist Logo, der Wirbelsturm. Die Werbung auf den Banden und Schildern wird aber erst erkennbarbar, wenn man sehr nahe an der Bande vorbeifährt. Da man sich aber als Spieler mehr aufs Fahren, als auf die Werbung konzentriert, fällt einem die Werbung auf den Banden nicht besonders auf. Man bemerkt höchstens die Farbe der Werbung, die bei GameTwist variiert zwischen einem bunten Farbengemisch (Billiardkugeln, Spielekarten und Roulett) einem einfärbigem blau mit dem Schriftzug und dem Logo und nur dem Logo ohne Schriftzug.

GameTwist auf den Schildern, dem Ballon und den Bögen (im Hintergrund)
GameTwist auf den Schildern, dem Ballon und den Bögen (im Hintergrund)

(Quelle: SC:13, gespielt am 28.12.2012 vom Autor)

Besonders gut platzierte sind die Banden in den risikanten Kurven. Wenn man stürzt und in die Banden schlittert, füllen sie 100% des Bildes aus.

Gestürtzter Skifahrer - optimaler Sichtkontakt für Bandenwerbung
Gestürtzter Skifahrer – optimaler Sichtkontakt für Bandenwerbung

(Quelle: SC:13, gespielt am 28.12.2012)

Ludologische Prinzipien der Kommunikation

  • Agón (Wettkampf)

Menschen lieben es Ziele zu erreichen und man sollte ihnen diese Möglichkeit auch geben.

Auch die Skichallenge bietet eine Vielzahl an Möglickkeiten sich ein Ziel zu setzen.
Es gibt verschiedene Arten von Rennen, die man fahren kann, darunter: das Zeitrennnen gegen einen Geist. Diesen kann man frei wählen. Man kann z.B. den Schatten des derzeit Führenden jagen oder den seiner Freunde. Wenn man bei der Skichallenge nicht der Schnellste sein kann, es zum Beispiel nicht schafft, gegen den schnellsten Geist zu gewinnen, so kann man sich auch das Ziel setzen, besser als die Freunde zu fahren. Weitere Renntypen sind: Freeride, Arcade, Blitzeis, Extrem, Zeitbombe, Talfahrt.
Auf der Webseite der Skichallenge kann man sich auch Videoanalysen der Siegerrennen und Tutorials von anderen Spielern ansehen.

Verschiedene Renntypen beim Training
Verschiedene Renntypen beim Training

(Quelle: SC:13)

  • Alea (Zufall)

Menschen lieben es überrascht zu werden. Die Überraschung und die Nichtvorhersehbarkeit machen das Spiel erst besonders.

Die Skichallenge überrascht beim ertsen Spieldurchgang auf einer neuen Strecke, einem neuen Spieltyp oder bei einer neuen Wetterbedingung. Danach geht es weniger um eine spannende Überraschung, als um das Kennenlernen der Strecken und das Verbessern des eigenen Fahrstils.

  • Mimikry (Maskierung)

Menschen lieben es in andere Rollen zu schlüpfen. Sie dürfen einmal etwas ausprobieren ohne die Konsequenzen, die auf ihr Handeln folgen könnten.

Ski-fans können erleben, wie es ist eine Piste hinuter zu fahren, sich in die Kurve zu legen, die Anfeuerrufe des Publikums zu hören, unter dem Stress zu stehen, in die Hocke zu gehen und schließlich endlich in die Zielgerade zu gelangen. Man kann das Fahrerlebniss unter drei verschiedenen Wetterverhältnissen genießen: Sonnenschein, Neuschnee und Eis. Im Wettkampf können diese drei Weterbedingungen auch spontan wechseln.
Des Weiteren hört sich das Schlittern der Ski und Kratzen in den Kurven genauso an, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Nur sich selbst in die Kurve legen und über die Eis- und Schneeflächen schlittern. Diese Soundeffekte betonen die „Echtheit“ des Rennen.
Eine Abfahrt dauert genauso lang wie im „realen Leben“. Die Strecken und TV-Bilder sind wirklichkeitsgetreu nachgebaut. Man merkt nahezu keinen Unterschied zwischen dem Spielbild und dem realen Bild aus dem Fernsehen.

  • Illinix (Rausch)

Menschen lieben es zu spielen. Manche Spiele kann man immer und immer öfter spielen. Sie lösen etwas in uns aus, machen Spaß, sind spannend und versetzen in einen Rauschzustand.

Die Skichallenge ist nicht nach ein paar Skirennen durchgespielt. Sie lässt den Spieler in zahlreichen Details varieren: die Strecke (Göden, Bormio, Wengen, Kitzbühel und die Weltmeisterschaft in Schladming) die Wetterbedingungen (s.o.), die Schwierigkeitsstufen (Beginner, Classic, Extreme, Eigener), die Präparation des Skis (Drehen, Kanten, Gleiten), die Art des Rennens (s.o.), Training oder Wettkampf, den Gegener, Online und nur für sich am eigenen PC, usw. An diesem Spiel verliert man also nicht so schnell die Lust.

Möglichkeit zu variieren
Möglichkeit zu variieren

(Quelle: SC:13, gespielt am 28.12.2012)

Die Echtheit des Spieles ermöglicht es ein Skirennen direkt aus der Perspektive des Skifahrers mitzuerleben. Die Skichallenge bringt die mit Spannung verfolgten Skirennen, die man am Sonntag Vormittag im Fernsehen verfolgt, jetzt in die Hände der Zuschauen und Fans. Man kann nun aktiv teilhaben.
Dadurch, dass es gratis und nicht zu schwer, kann es jeder spielen nach Lust und Laune.

Das Spiel eröffnete zahlreiche neue Geschäftsbereiche: vom Sponsoring über Merchandising, bis zu ganzen Events die organisiert werden im Rahmen der Ski Challenge. Spieler weltweit, die online miteinander spielten, entwickelten Teams (wie z.B. die Crazy Racers[3]), Woldcups und Meisterschaften wurden in zahlreichen Skinationen der Welt veranstaltet, Pokale vergeben, etc. Es entstanden ein riesiger Hype um das Spiel.

Pro Saison konnte die Ski Challenge rund 3,5 Millionen Spieler verzeichnen und 1 Mio € Werbeeinnahmen.
Man kann sagen, die Ski Challenge erweist sich als vollkommener Erfolg und das Ziel, Jugendliche zu erreichen, wurde erreicht.
Es ist für jeden eine spaßige, spannende und aufregende Abfahrt. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

http://www.skichallenge.at/de/


[1] Vgl. Kleine Zeitung, 14.05.2012: „ORF berichtet mit 100 Kameras 65 Stunden live“ (http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/3018762/orf-berichtet-100-kameras-65-stunden-live.story)

[2] Vgl. http://www.skichallenge.at/de/

[3] http://skichallenge-crazyracers.jimdo.com/

Quelle: SC:13, gespielt am 28.12.2012 und noch viel öfter..

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