Das Paradoxe an unserer Kommunikation

Die Quantität der Kommunikation steigt, die Qualität sinkt. Digital Natives auf ihrem Weg durch die Kommunikationswelt.

 

Dank des technologischen Fortschritts ist es uns ermöglicht worden immer und überall kommunizieren zu können. Wir können uns mitteilen und wir haben auch Zugang zu allem, was andere mitzuteilen haben.

Ob das nun ein Segen oder ein Fluch ist, soll nun nicht näher kommentiert werden. Diese Frage sollte sich jeder individuell beantworten.

Jedoch hat diese neue Kommunikationswelt etwas leicht Paradoxes… Die Quantität der Kommunikation steigt, die Qualität scheint allerdings abzunehmen. Jeder will heutzutage reden. Gleichzeitig wird jeder von einer Flut an Informationen erfasst, von denen viele nicht wichtig sind. Viel Information wird einfach nur mitgeteilt, um sich selbst mitzuteilen. (Postings à la „Mir is fad“, „Sitze in der Schule“, „Schönes Wetter heute“, etc.) Unser Hirn hat also ständig die Aufgabe, für uns Wichtiges und Unwichtiges zu selektieren. Das bedeutet: ständiger Stress! (Die Segen/Fluch-Frage bleibt doch nicht vollständig unkommentiert…)

Unser neuer Job in der neuen Welt der Kommunikation: Selektieren. Wir suchen uns die Dinge, die uns interessieren, der Rest wird fast zur Gänze ausgeblendet. Wie erfahren wir dann was wichtig ist? Es wird heutzutage selten nach einer Nachricht gesucht – die Nachricht sucht eher ihre Zuhörer. Wir leben nach der neuen Einstellung „Wenn die Nachricht so wichtig ist, wird sie mich finden“.

Mit Digital Natives sind die jetzigen unter 30jährigen, also Jahrgänge um die Jahrtausendwende, gemeint. Eine andere Bezeichnung ist z.B. „Generation Y“. Das zentrale Medium für diese Generation: das Internet. Sie schnappen die News in sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, etc.) auf. Ein kurzer Post reicht schon, um sich informiert zu fühlen; zu wissen, worüber andere reden und um selbst mitreden zu können. Mit den kleinen „Info-häppchen“ gibt man sich zufrieden.

In Zeiten, wo uns Information so beschleunigt durch zahlreiche Kanäle rund um die Uhr erreicht, ist es fast unmöglich, alles aufzunehmen. Je kürzer und knackiger die Information verpackt ist, desto mehr Chance hat sie, nicht von uns selektiert zu werden. 

Scheint als gäbe es wenig Chance für ausführliche Hintergrundinformation und wichtigen Background. Und das, obwohl wir doch dank der neuen Technologie umso mehr Zugang dazu haben. Paradox, oder?

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Gedanken-Basis und weitere Information:

Vortrag: Armin Wolf an der Publizistikuniversität Wien, am 7. Mai 2012: „Wenn die Nachricht so wichtig ist, wird sie mich finden – Wie sich die Mediennutzung verändert und was JournalistInnen daraus lernen können (und müssen)“

Christoph Neuberger: Öffentlichkeitsparadoxien: http://www.ifkw.uni-muenchen.de/personen/professoren/neuberger_christoph/publikationen/paradoxien.pdf, Stand: 1.3.2013

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